Alt Bundesrat Samuel Schmid (70) gibt an der Seite von IOC-Präsident Thomas Bach (63) in Lausanne bekannt, dass russische Sportler in Südkorea an den Start gehen dürfen. Dies, obwohl Russland jahrelang ein staatliches Dopingprogramm betrieben und vertuscht hatte. Gesperrt wird dafür das Nationale Olympische Komitee.

Die Würfel sind gefallen: Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat entschieden, dass russische Athleten an den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) starten dürfen. Sie werden allerdings nur eingeladen, nachdem sie ein strenges Überprüfungsverfahren durchlaufen haben.

Die Russen nehmen nicht unter russischer sondern unter einer olympischen Flagge teil. Anstelle der russischen Nationalhymne wird die olympische Hymne gespielt. Die Sportler gehen unter der Bezeichnung «Olympic Athlete from Russia» an den Start.

Gesperrt werden nicht die Sportler selbst, sondern das Nationale Olympische Komitee Russlands. Zudem wird Russlands Ex-Sportminister und jetzige Vizepremier Witali Mutko lebenslänglich von allen olympischen Veranstaltungen ausgeschlossen.

Der IOC-Entscheid basiert auf dem Bericht einer von Alt Bundesrat und Ex-Sportminister Samuel Schmid (70) geleiteten Kommission. Die Gruppe prüfte im Auftrag des IOC die Vorwürfe des 2016 veröffentlichen McLaren-Reports gegen Russland.

Kamber: «Ein mutiges Urteil»

«Das ist ein sehr gutes und mutiges Urteil», sagt Matthias Kamber von Antidoping Schweiz zu «SRF». «Ich habe das nicht so erwartet.» Kamber sagt weiter: «Die Sanktionen treffen die Russen hart, weil sie sich nicht offiziell präsentieren dürfen.»

Über eine Sperre Russlands wurde diskutiert, nachdem der McLaren-Report ein staatlich organisiertes Dopingprogramm aufgedeckt hatte, von dem zwischen 2011 und 2015 rund 1000 russische Athleten profitierten. (cmü)

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