Munteres Treiben: Die Werdinsel an der Limmat im Sommer 2011.

ZÜRICH –
Laut dem Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger (65) ist Sex im Freien auf Zürcher Werdinsel nicht mehr erwünscht.

Immer mehr Menschen suchen auf der Zürcher Werdinsel Erholung – allerdings auf ganz unterschiedliche Weise. Die Stadt hat deshalb ein neues Nutzungskonzept für die Insel unterhalb des Höngger Wehrs an der Limmat erlassen. FKK bleibt erlaubt, auf später verschieben sollen die Besucher hingegen sexuelle Handlungen.

Es gebe schon länger den Ruf, hier endlich zum Rechten zu sehen, sagte Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) am Dienstag vor den Medien. Das vorliegende Nutzungskonzept, das ab 2018 gilt, verfolge nun den Ansatz «einfache Spielregeln, hohe Eigenverantwortung».

Stadt lichtet «Bums-Wäldchen» aus

Das Nacktbaden am Inselspitz bleibt auch mit dem neuen Nutzungskonzept unbestritten. Was die Stadt jedoch nicht mehr will, sind sexuelle Handlungen. Aus diesem Grund werden Schwulenorganisationen in der kommenden Saison Flyer verteilen, die auf das Verbot aufmerksam machen. Zudem werden Plakate aufgestellt.

Als weitere Massnahme wird die Stadt den Hotspot für sexuelle Handlungen, «das Wäldchen», auslichten, also den Unterwuchs entfernen. Hinter dem Gebüsch zu verschwinden, wird somit schwierig.

Eine Änderung gibt es auch bei der FKK-Zone am Inselspitz: Künftig gibt es neben dem gemischten Bereich auch eine explizite Nacktbade-Zone, in der Badekleider nicht gerne gesehen sind. Grund dafür ist, dass es im bisherigen gemischten Bereich öfters Spanner gab, die selber aber in Badehosen dasassen.

50 Bäume weg für Badestrecke

Auch für Hundehalter hat das neue Nutzungskonzept Folgen: Während der Badesaison zwischen April bis September gilt künftig auf der ganzen Insel Leinenpflicht. Entlang des Naturschutzbereichs muss der Vierbeiner zudem während des ganzen Jahres angeleint werden. An der Böschung und im Wasser können die Hunde hingegen freigelassen werden.

Für die Badenden bringt das neue Konzept einen Angebotsausbau: Die Badestrecke bei der Badi Au-Höngg wird verlängert. Die Ein- und Ausstiege werden dabei verbreitert, damit es nicht mehr so häufig zu Stau und heiklen Situationen kommt. Geplant ist auch eine zusätzliche Liegewiese.

Der Wermutstropfen dieses Ausbaus: Rund 50 Bäume entlang des Ufers werden gefällt. Sie müssen weichen, damit die Badegäste während der Strecke aus- und einsteigen können und der Bademeister die Übersicht behält.

Wie viel der Ausbau der Bade-Infrastruktur kostet, ist gemäss Leutenegger noch unklar. Es dürften aber über zwei Millionen Franken werden. Somit müsste der Gemeinderat noch darüber entscheiden. (SDA)

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